Schlachthof-Areal: Ewiges Bedenkenträgertum bringt Lübeck nicht weiter

Thorsten Fürter

Die FDP-Fraktion wird gemeinsam mit CDU und Grünen in der kommenden Bürgerschaftssitzung beantragen, die Entwicklung auf dem Schlachthof-Areal 20 Jahre nach Schließung des Schlachtbetriebs endlich voranzubringen. Nach Jahren der fruchtlosen Debatten und des Stillstands soll nun der Weg für ein modernes Quartier frei gemacht werden. Die FDP sieht darin ein klares Signal gegen die Kultur der Verzögerung und für eine pragmatische Politik, die Ergebnisse liefert.  

Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thorsten Fürter: 

„Lübeck leidet seit Jahren an einer Lähmung durch ewiges Bedenkenträgertum. Das Schlachthof-Areal ist das Paradebeispiel dafür, wie Investorenvertrauen verspielt wird. Aber es ist wahrlich kein Einzelfall: Sei es beim Schlachthof, beim alten Priwall-Krankenhaus oder bei den Bauvorhaben Geniner Ufer und Lauerhofer Feld – mit schöner Regelmäßigkeit stellt die Stadt Bedingungen auf, die sie anschließend wieder zurücknehmen muss. 

Es fehlt in der Verwaltung und bei einem Teil der Bürgerschaftsmitglieder offenbar das Bewusstsein dafür, dass sich ein Projekt für einen Investor auch lohnen muss. Es bringt überhaupt nichts, Anforderungen zu stellen, die auf dem Papier gut klingen, in der Realität aber dazu führen, dass kein Stein bewegt wird. Wer das Wirtschaftsleben mit immer neuen Auflagen abwürgt, verhindert am Ende den Wohnungsbau, den unsere Stadt so dringend braucht. 

Die Schaffung von rund 320 Wohneinheiten ist eine existenzielle Notwendigkeit. Wer jetzt weiter auf Verzögerung setzt, handelt verantwortungslos gegenüber den Menschen, die händeringend ein Zuhause suchen. Dass wir zudem eine Kita mit 70 Plätzen fest im Quartier verankern, zeigt, dass wir hier soziale Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft verbinden. Ich appelliere an die Stadtverwaltung, nach dem Beschluss der Bürgerschaft das Projekt mit Energie und Schnelligkeit voranzubringen. 

Auch die Kritik an der Größe des geplanten Einzelhandels teilen wir nicht. Ein Politikansatz, bei dem Beamte und Kommunalpolitiker meinen, Marktbedarfe besser einschätzen zu können als die Investoren selbst, die das volle geschäftliche Risiko tragen, ist uns fremd. Und was die Verkehrsfrage betrifft: Verkehrsflüsse sind an einem lebendigen und wachsenden Standort kein Makel, sondern ein Zeichen von Vitalität. Durch moderne Mobilitätskonzepte und die fortschreitende Elektrifizierung wird der Verkehr ohnehin verträglicher werden. 

Die Entwicklung zeigt, wie eine neue Sachlichkeit in die Bürgerschaft Einzug gehalten hat. Das interfraktionelle Vorgehen beweist, dass wir handlungsfähig sind und die Zeichen der Zeit erkannt haben. Die Verwaltung ist gut beraten, mit uns an einem Strang zu ziehen.“