Logo FDP Kreisverband Hansestadt Lübeck

Pannenserie ohne Ende: FDP hakt bei Hybridfähre „Welt ahoi!“ im Hauptausschuss nach

Erneute Ausfälle, Verkehrschaos an den Anlegern und ein bundesweites Medienecho: Die fünf Millionen Euro teure Priwallfähre „Welt ahoi!“ kommt nicht zur Ruhe.

Thorsten Fürter

Erneute Ausfälle, Verkehrschaos an den Anlegern und ein bundesweites Medienecho: Die fünf Millionen Euro teure Priwallfähre „Welt ahoi!“ kommt nicht zur Ruhe. Mit einer umfassenden Anfrage im Hauptausschuss verlangt die FDP-Bürgerschaftsfraktion nun lückenlose Aufklärung über die tatsächliche Einsatzbilanz, drohende Verjährungsfristen und die mögliche Rückabwicklung des Fehlkaufs.

Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thorsten Fürter:

„Die Geduld der Lübeckerinnen und Lübecker sowie der Gäste in Travemünde ist endgültig erschöpft. Fast zwei Wochen lag die ‚Welt ahoi!‘ im Oktober wegen erneuter Steuerungs- und Antriebsprobleme wieder lahm. Weil gleichzeitig die Dieselfähre ‚Pötenitz‘ zur Motorenüberholung in der Werft liegt, brach der Fährverkehr zusammen: endlose Staus, genervte Autofahrer und Hupkonzerte am Anleger. Dass unser Fährbetrieb mittlerweile bundesweit als Paradebeispiel für Steuerverschwendung bei RTL und im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler verspottet wird, ist ein Armutszeugnis für das städtische Beteiligungsmanagement.

Diese Pannenserie lässt sich seitens der Stadt nicht länger ignorieren. Wer für fünf Millionen Euro Steuergeld ein Schiff bestellt, das seit seiner Taufe im Mai 2024 von einem technischen Defekt in den nächsten taumelt, muss endlich die Reißleine ziehen. Jeder private Autokäufer hätte seinem Händler ein solches Montagsfahrzeug längst auf den Hof gestellt und den Kaufpreis zurückverlangt.

Mit unserer Anfrage im Hauptausschuss fordern wir jetzt harte Fakten auf den Tisch: Wir wollen schwarz auf weiß wissen, an wie vielen Tagen die Fähre im vergangenen Jahr überhaupt fahrplanmäßig unterwegs war und wie oft sie repariert werden musste. Vor allem aber geht es um juristische Verantwortung: Welche Schritte werden unternommen, um eine Verjährung von Gewährleistungs- und Schadensersatzansprüchen gegen die Bauwerft zu verhindern?

Die Stadtwerke Lübeck Mobil haben fast die gesamten fünf Millionen Euro Anschaffungskosten als Zuschuss aus dem städtischen Haushalt erhalten. Angesichts unseres Rekorddefizits können wir es uns schlicht nicht leisten, Millionen in eine Fähre zu stecken, die nicht rund läuft. Bürgermeister Lindenau muss als Gesellschaftervertreter darauf dringen, die Rückabwicklung des Erwerbs konsequent durchzusetzen. Das Geld gehört zurück in den Lübecker Haushalt – für die Sanierung unserer maroden Brücken und Schulen ist es allemal besser angelegt als in der Pannenfähre.“