Logo FDP Kreisverband Hansestadt Lübeck

Klimaanlagen sind kein Teufelszeug

Die FDP-Bürgerschaftsfraktion kritisiert die Haltung der Stadt beim Thema Hitzeschutz. Während eine Hitzeglocke über Europa liegt und viele Menschen gesundheitlich leiden, fehlen in städtischen Gebäuden wie den Bibliotheken funktionierende Klimaanlagen.

Thorsten Fürter

Die FDP-Bürgerschaftsfraktion kritisiert die Haltung der Stadt beim Thema Hitzeschutz. Während eine Hitzeglocke über Europa liegt und viele Menschen gesundheitlich leiden, fehlen in städtischen Gebäuden wie den Bibliotheken funktionierende Klimaanlagen. Die FDP fordert mehr Pragmatismus. 

Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thorsten Fürter: 

„Wir müssen beim Thema Klimawandel von beiden Seiten her ansetzen. Das bedeutet erstens: Pragmatische und wirtschaftlich tragfähige Lösungen umsetzen, um den Ausstoß von Treibhausgasen dauerhaft zu reduzieren. Es bedeutet zweitens aber auch: Konsequente Maßnahmen zur Klimaanpassung ergreifen. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) ist da in der Vergangenheit durchaus aktiv geworden. Der Maßnahmenkatalog reicht von Trinkbrunnen über kühlende Wasserspiele bis hin zu Gründächern und Baumpflanzungen. Während diese Schritte durchaus Anerkennung verdienen, ist ihre Wirkmacht im Ernstfall freilich begrenzt. Deshalb ist die Skepsis des Bürgermeisters gegenüber dem Einsatz von modernen Klimaanlagen völlig unverständlich. 

Auf meine Anfrage hin hat die Stadtverwaltung einräumen müssen, derzeit keine öffentlichen, klimatisierten Gebäude zur Verfügung stellen zu können, die den Bürgerinnen und Bürgern zur Hitzelinderung dienen. Insbesondere die städtischen Bibliotheken sind noch immer nicht klimatisiert. Auf meine Nachfrage zur Strategie bei der Nutzung von Klimaanlagen hat der Bürgermeister sogleich deren schädliche Klimafolgen betont. Das ist falsch gedacht. 

Wer häufig in heißen Ländern unterwegs ist, der weiß: Klimaanlagen sind kein Teufelszeug. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag, damit das Leben und Arbeiten auch in extremen Heißphasen weitergehen kann. Im Übrigen ist auch der erhöhte Energieverbrauch von Klimaanlagen an heißen Tagen relativ zu betrachten. Denn heiße Tage sind meistens genau jene, an denen viel überschüssige Solarenergie produziert wird – die immer wieder für Verwerfungen an den Energiemärkten sorgt. Mehr Klimaanlagen in Lübecks öffentlichen Gebäuden wären daher nicht Teil des Problems, sondern ganz klar Teil der Lösung. Wir brauchen auch beim Umfang mit den Folgen des Klimawandels einen neuen Pragmatismus und weniger ideologische Berührungsängste.“