FDP: Grenzmuseum ja – aber mit Augenmaß
Ulf Hansen
Die FDP Lübeck begrüßt grundsätzlich die Idee, die Grenzdokumentationsstätte in Schlutup gemeinsam mit dem Grenzhus Schlagsdorf weiterzuentwickeln und die Geschichte der deutschen Teilung stärker als gemeinsame deutsch-deutsche Geschichte zu vermitteln.
„Erinnerungskultur ist wichtig. Gerade Lübeck als einzige westdeutsche Großstadt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze hat hier eine besondere Verantwortung und Chance“, erklärt die FDP. Der vorliegende Ansatz, die Geschichte der innerdeutschen Grenze stärker als Verflechtungsgeschichte von Ost und West zu erzählen, ist aus unserer Sicht richtig. Wichtig ist dabei, die unterschiedlichen politischen Systeme und insbesondere die Opfer des DDR-Grenzregimes klar im Blick zu behalten.
Gleichzeitig müsse die Hansestadt die langfristigen finanziellen Auswirkungen einer gemeinsamen Trägerschaft genau prüfen. Das dem Kulturauschuss vorliegende Konzept beschreibt die Chancen ausführlich, lässt aber noch Fragen zu den dauerhaften Kosten, Zuständigkeiten und finanziellen Risiken offen.
„Wir wollen das Grenzmuseum, aber wir brauchen vor einer endgültigen Entscheidung Klarheit über die Finanzierung. Es muss sichergestellt sein, dass die Kosten fair zwischen den beteiligten Partnern verteilt werden und auf Lübeck keine unkalkulierbaren Folgekosten zukommen,“ so der kulturpolitische Sprecher Ulf Hansen.
Die FDP fordert deshalb eine transparente Darstellung der Investitions- und Betriebskosten, verbindliche Finanzierungszusagen aller Partner sowie klare Regelungen für den Fall steigender Kosten oder auslaufender Fördermittel.
„Ein modernes Grenzmuseum ist eine große Chance für Lübeck – für Erinnerungskultur, politische Bildung und Tourismus. Diese Chance sollten wir nutzen, aber mit Augenmaß und einer fairen Lastenteilung,“ so Hansen.
Die FDP unterstützt daher die weitere Planung, erwartet vor einer endgültigen Entscheidung aber eine belastbare finanzielle und organisatorische Grundlage.